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by Thomas Below-Holzer


Gartenrotschwanz
Phoenicurus phoenicurus

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Der Gartenrotschwanz gehört ebenfalls zu den früh singenden Vogelarten, ist jedoch deutlich weniger an Siedlungen gebunden als sein naher Verwandter, der Hausrotschwanz. Stattdessen bevorzugt er offene, strukturreiche Landschaften mit alten Bäumen, wie Streuobstwiesen, lichte Waldränder oder parkähnliche Flächen.
Ein regionaler Hotspot befindet sich bei Mühlheim, insbesondere am Gailenberg bei den Vogelsberger Seen. Dort lohnt sich die Beobachtung besonders an sonnigen Tagen, denn bei gutem Wetter singt der Gartenrotschwanz am intensivsten. Regenperioden und die darauffolgende Trockenheit führen zunächst zu einer verstärkten Nahrungssuche – in diesen Phasen bleibt der Gesang oft für einige Zeit aus.
Im Jahresverlauf kehrt der Gartenrotschwanz etwas später aus seinem Winterquartier zurück als der Hausrotschwanz. Seine Ankunft markiert dennoch einen wichtigen akustischen Meilenstein im Frühling. Der Gesang ist klar, abwechslungsreich und endet häufig in einem charakteristischen, leisen Knirschlaut.
Auch morphologisch unterscheidet sich der Gartenrotschwanz deutlich von seinem Verwandten. Das Männchen zeigt eine auffällige Färbung mit schwarzer Kehle, weißer Stirn und leuchtend orange-roter Brust und Schwanz. Mit einem Augenzwinkern ließe er sich daher durchaus auch als „Gartenrotbauch“ bezeichnen. Das Weibchen ist insgesamt dezenter gefärbt, aber ebenfalls gut an der warmen Rostfärbung des Schwanzes zu erkennen.
Der Gartenrotschwanz ist ein Charaktervogel traditioneller Kulturlandschaften. Wo alte Obstbäume, offene Flächen und ein reiches Insektenangebot erhalten bleiben, bereichert er den Frühling mit seinem Gesang – leiser und seltener als der Hausrotschwanz, aber nicht weniger eindrucksvoll.





Steckbrief:

  • Größe: ca. 13–15 cm
  • Spannweite: ca. 22–26 cm
  • Gewicht: etwa 12–18 g
  • Beobachtungszeitraum: 
    April bis August
 
 
 
 
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