Stadtvögel
Amsel, Hausperling, Blaumeise
Amsel
Turdus merula
Die Amsel gehört zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögeln unserer Heimat. Mit ihrem klaren, melodischen Gesang prägt sie das Klangbild von Gärten, Parks und Waldrändern – oft schon in den frühen Morgenstunden. Besonders das Männchen fällt ins Auge: Es ist samtschwarz gefärbt und zeichnet sich durch einen leuchtend gelben Schnabel und einen gelben Augenring aus. Die Weibchen und Jungvögel sind dagegen unauffälliger bräunlich gefärbt.
Ursprünglich ein scheuer Waldvogel, hat sich die Amsel im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend an das Leben in menschlichen Siedlungen angepasst und ist heute in Städten und Dörfern genauso häufig wie in Gärten und Parks zu finden. Auch bei uns in Offenbach durchstreift sie mit ihrem hüpfenden Gang fast alle Wiesen und Rasenflächen, stets auf der Suche nach Nahrung. Auch auf den Bäumen in exponierter Lage ist sie gern gesehen, insbesondere gerne zu hören.
Die Ernährung der Amsel ist vielseitig: Sie umfasst Regenwürmer, Insekten, Schnecken, Beeren und andere Früchte. Im Herbst und Winter nimmt sie gerne Fallobst, Beeren oder auch Obst am Futterhäuschen an.
In der Brutzeit ist die Amsel besonders aktiv. Von Februar bis in den Sommer hinein bauen Paare ihre Nester meist in dichter Vegetation oder Büschen, oft in niedriger Höhe und gut versteckt. Dort legen sie mehrere Gelege mit je mehreren Eiern und ziehen ihren Nachwuchs auf.
Trotz ihrer Häufigkeit steht die Amsel nicht ohne Herausforderungen da. In den letzten Jahren konnten bei Vögelzählaktionen vereinzelt Rückgänge der Sichtungszahlen beobachtet werden, die unter anderem auf Krankheiten wie das Usutu-Virus, fehlende Nahrung und Lebensraumveränderungen zurückgeführt werden.
Die Amsel bleibt jedoch ein faszinierender und vertrauter Begleiter in Gärten und Parks – ihr Gesang und ihr lebhaftes Treiben sind für viele Menschen ein Zeichen lebendiger Natur vor der eigenen Haustür.
Steckbrief:
- Größe: ca. 24–27 cm
- Spannweite: ca. 34–38 cm
- Gewicht: etwa 80–110 g
- Beobachtungszeitraum: ganzjährig
Haussperling
Passer domesticus
„Haussperlinge sind überall!“ – so empfinden es viele aus ihrer Kindheit. Leider trifft das heute nicht mehr uneingeschränkt zu. Zwar ist das Nahrungsangebot für den Haussperling nach wie vor vorhanden, doch geeignete Nistmöglichkeiten sind deutlich seltener geworden. Früher brüteten die Vögel in Kolonien unter Dachziegeln, in Scheunen, alten oder verfallenen Gartenhäusern und in Mauerspalten. Moderne Gebäude mit gut isolierten Fassaden lassen solche Verstecke kaum noch zu, und Tiere unter dem Dach sind vielerorts nicht gern gesehen. Dadurch hat es der Haussperling zunehmend schwerer, passende Brutplätze zu finden.
Haussperlinge sind ausgesprochen gesellige Vögel und fast immer in kleinen Trupps unterwegs. Die Männchen sind mit ihrem grauen Scheitel und dem schwarzen Kehlfleck unverkennbar. Häufig gilt: Sieht man einen Haussperling, sind weitere nicht weit entfernt. Besonders in Büschen, Gärten und Hecken fühlen sie sich wohl, kommen gern an Futterhäuschen und suchen am Boden nach Samen und Krümeln.
Typisch ist ihre lebhafte Kommunikation: Das ständige Tschilpen innerhalb der Gruppe erinnert nicht selten an ein fröhliches Kaffeekränzchen. Mitunter kann man sie auch beim Sandbaden beobachten – etwa auf offenen Flächen oder Spielplätzen. Dabei zeigen sie sich meist wenig scheu und lassen den Menschen vergleichsweise nahe kommen.
Der Haussperling ist damit ein klassischer Kulturfolger, dessen Bestand eng mit der Gestaltung unserer Siedlungen verknüpft ist. Wo Nischen, Grünflächen und geeignete Brutplätze fehlen, wird auch dieser ehemals so häufige Vogel seltener.
Steckbrief:
- Größe: ca. 14–16 cm
- Spannweite: ca. 21–26 cm
- Gewicht: etwa 25–40 g
- Beobachtungszeitraum:
ganzjährig
Blaumeise
Cyanistes caeruleus
Die Blaumeise ist ein lebhafter und sehr bekannter Singvogel, der in Offenbach nahezu überall zu Hause ist. Sie bewegt sich meist hoch oben in den Baumkronen, wo sie flink von Ast zu Ast hüpft, selten aber am Boden zu sehen ist. Mit ihrer markanten blauen Haube, dem gelben Bauch und dem kontrastreichen Gesichtsmuster ist sie kaum zu übersehen – trotz ihrer geringen Größe. Tatsächlich ist die Blaumeise die kleinste der bei uns häufigen Meisenarten.
Das fröhliche, klare Zwitschern der Blaumeise begleitet uns fast das gesamte Jahr über und prägt besonders in der warmen Jahreszeit das Klangbild von Gärten, Parks und Waldrändern. Im Herbst und Winter entdeckt man sie häufig an Futterstellen: am Meisenknödel, im Futterhaus oder beim Ernten von Sonnenblumenkernen.
Blaumeisen sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch erstaunlich geschickt: Bei der Futtersuche bewegen sie sich mit beeindruckender Agilität und können sogar kopfüber an dünnen Zweigen hängen, wenn sie dort Insekten oder Spinnen aufspüren. In Offenbach sind sie in fast allen Grünbereichen vertreten – von privaten Gärten über Stadtparks bis hin zu Gewässerufern und Waldrändern.
Steckbrief:
- Größe: ca. 11–12 cm
- Spannweite: ca. 17–20 cm
- Gewicht: etwa 9–12 g
- Beobachtungszeitraum:
ganzjährig



